Vogelbericht des Monats
Vogelbericht des Monats PDF Drucken E-Mail

Liebe Züchterinnen und Züchter,

 

Hier auf diese Seite möchten wir monatlich einen Bericht über eine Vogelart geben, die in

unseren Züchterkreisen seltener gehalten werden. Erfahrene Züchter stellen eine Art vor

und stehen auch für Informationen zur Verfügung.

 

 

Über die Ringeltaube

(Columba palumbus)

 

 

Die Ringeltaube ist die größte mitteleuropäischer Taube und gehört

zweifelsfrei zu den häufigsten Brutvögel in Europa.

In jedem Jahr brüten sie auch in meinem Garten. Ich kann sie deshalb fast

täglich aus nächster Nähe beobachten, zumal sie sich auch gerne

am Futterhaus oder bei den Hühnern und Ponys aufhalten, um nach

Fressbarem zu suchen.

Ich möchte ihnen, liebe Leser, die Ringeltaube in einem kurzen Steckbrief

vorstellen.

 

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Ringeltauben sind, gemessen von der Schabelspitze bis zum Schwanzende,

etwa 40 bis 42 cm lang. Der Kopf, der Hals und die Oberseite sind blaugrau,

die Halsseiten grün, purpurn schimmernd mit einem weißen Fleck.

Die Armschwingen sind schiefergrau, die Handschwingen etwas dunkler, die

Handdecken sind schwarz. Entlang der Flügelkante ist ein schmales, weißes

Band zu erkennen.

Die Schwanzwurzel ist mit einer hellen Querbinde versehen, ansonsten ist der

Schwanz grauschwarz.Die Brust ist weinrötlich gefärbt, die Flanken und der Bauch

sind ockergelblich, der Bauch weißlich. Die Füße sind blutrot.

Der Geschlechtsdimorphismus ist nur schwach ausgeprägt.

Die Männchen sind geringfügig größer und schwerer als die Weibchen.

Die Jungvögel sind ähnlich gefärbt, allerdings ohne die Abzeichen am Hals.

 

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Charakteristisch ist der klatschende und pfeifende Flügelschlag beim Abfliegen und Balzen.

 

Ringeltauben bewohnen weite Teile der Paläarktis. Sie kommen von Nordafrika,

Portugal und Irland nach Nordosten bis Westsibirien, nach Südosten über

Kleinasien bis zum Tian Shan und bis Kaschmir vor.

In Europa fehlen sie nur im äußersten Norden.

 

In erster Linie bevorzugen Ringeltauben bewaldete Landschaften aller Art.

So sind sie u. a. in Alleen, auf Friedhöfen, in Parks und größeren Gärten zu beobachten.

Oftmals reichen auch einzelne Bäume für eine Ansiedlung.

Schon lange brüten sie auch in von Menschen besiedelten Bereichen,

sogar in Städten. Sie sind zu echten Kulturfolgern geworden.

 

Ringeltauben nehmen ihre Nahrung überwiegend vom Boden auf. Im Gegensatz zu

anderen europäischen Wildtauben, und das in recht großem Maße, aber auch von

Bäumen und Sträuchern. Es werden Samen von zahlreichen Wild- und Kulturpflanzen

gefressen. Daneben aber auch Knospen, Blüten, Beeren und Blatteile. Wenn vorhanden,

stehen Eicheln , Bucheckern und Getreidesamen ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Gerne naschen sie auch von Kartoffeln und Rüben.

In Städten bedienen sie sich oftmals von Brot. Daneben wird auch allerlei tierische Kost,

in Form von Insekten und deren Larven, Schnecken und Würmern, gefressen.

 

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Ringeltaubenpaare leben meistens in einer "Saisonehe".

Die Balz beginnt meistens im März oder April. Das Nest wird gut versteckt in Bäumen

oder großen Sträuchern angelegt. Als Nistmaterial dienen dürre Zweige und Stengel.

Da sich Ringeltauben sehr gut anpassen können, werden in Städten auch Nischen an

Gebäuden als Nistplatz auserkoren. Auf Inseln brüten sie in den Dünen am Boden.

Ringeltauben führen regelmäßug zwei Jahresbruten durch. Das Gelege besteht aus

zwei Eiern, die 16 bis 17 Tage bebrütet werden. Die Nestlingszeit beträgt rund

vier Wochen. Wie bei allen Tauben, werden die Jungen mit einer sehr

nährstoffreichen Kropfmilch versorgt. Allerdings werden zusätzlich auch pflanzliche

Teile verfüttert. Der Anteil steigt mit zunehmenden Alter der Jungen.

 

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Nachdem die Jungen Flügge sind, bleiben sie noch ein bis zwei Wochen in der Nähe

der Eltern und werden von diesen versorgt. Bei Folgebruten werden sie nur noch

vom Täuber gefüttert.

 

Nach der Brutzeit sind Ringeltauben sehr gesellig. Sie streifen dann oft in

Schwärmen auf der Suche nach Nahrung umher.

 

Ringeltauben sind selten in Menschenobhut anzutreffen. Die geschützte Voliere

sollte wenigstens 6 qm Grundfläche aufweisen und wenig bepflanzt sein.

Als Futter reicht man ein gutes Taubenfutter. Zusätzlich kann man den Tauben

Grünes der Saison anbieten. Etwas Lebendfutter, z. B. in Form von Mehlkäferlarven,

nehmen die Tauben gerne an. Nisthilfen, z. B. geflochtene Körbchen, finden

Zuspruch und werden gerne angenommen.

 

Ringeltauben unterliegen der Bundeswildschutzverordnung.

Die entsprechenden Bestimmungen sind zu beachten.

Sie gehören zum jagdbaren Wild und dürfen vom 1. November bis zum 20 Februar

geschossen werden.

Neben den Menschen haben die Ringeltauben durch Tag- und Nachtgreife

auch natürliche Feinden. Die Gelege fallen hin und wieder Rabenvögeln, Mardern,

Eichhörnchen und Katzen zum Opfer.

 

Dieser ausführliche Bericht ist von Thomas Wendt verfasst.

 

Für Nachfragen steht er gerne zur Verfügung.

 

Thomas Wendt, Tel. 04423-2182 oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

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Die Vogelberichte des Monats stehen archiviert in den nachfolgenden Listen

zur Verfügung:

 

 

 

Monat

Verfasser des Berichts

Thema

hier kann die PDF-Datei heruntergeladen werden alt

Februar 2017

Karl-Georg Viet

Silberohrsonnenvogel

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März 2017

Detlef Fass

Mosambiquegirlitz

alt

April 2017

Helmut Feldker

Grauköpfchen

alt

Mai 2017

Mirco Ehrich

Positurk. Irisch Fancy

alt

Juni 2017

Hans Walker

Rotnackenlori

alt

Juli 2017

Eugen Franke

Braunbrustschilffinken

alt
August 2017

Sylvia Haats

Halsbandsittich

alt

September 2017

Gerhard Ehling

Positurkanarien

Deutsche Rotschecken

alt

Oktober 2017

Hans Berse

Farbkanarien

Achat Topas gelb mosaik

alt

November 2017

Berend Wäcken

Großer Textorweber

alt

Dezember 2017

Volkmar Meyer

Chinesische Zwergwachtel

alt

 

 

Januar 2018

Karl-Georg Viet

Kikuyu Brillenvogel

alt

Februar 2018

Thomas Wendt

Polarbirkenzeisig

alt

März 2018

Helmut Rohe

Buntastrild

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April 2018

Gerhard Möhlmann

Bartzeisig

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Mai 2018

Norbert Kock

Glanzsittich

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Juni 2018

Eugen Franke

Muskatbronzemännchen

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Juli 2018

Onno Best

Irislori

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August 2018

Johannes Sinning

Rotbauchdrossel

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September 2018

Sylvia Haats

Springsittich

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Oktober 2018

Norbert Kock

Diamantamadine

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November 2018

Uwe Bischoff

Perle Morbide

alt

Dezember 2018

Florian Kruse

Trauerzeisig

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Januar 2019

 

Werner Kreikenbaum

Waldvogelzucht

alt

Februar 2019

 

Norbert Kock

Blaugrüne Papageiamadine

alt

März 2019

 

Eugen Franke

Augenring-

Sperlingspapagei

alt

April 2019

 

Gerhard Möhlmann

Hausgimpel

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Mai 2019

 

Rudolf Schaa

Bergpapagei - Taranta

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Juni 2019

 

Manfred Kühling

Diamanttäubchen

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Juli 2019

Eugen Franke

Annamgrünfink

alt

 

August 2019

Sylvia Haats

Katharinasittiche

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September 2019

Helmut Rohe

Rotmaskenastrild

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Oktober 2019

Helmut Feldker

Hoodedsittich

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