Vogelbericht des Monats Drucken

 

Liebe Züchterinnen und Züchter,

 

Hier auf diese Seite möchten wir monatlich einen Bericht über eine

Vogelart geben, die in unseren Züchterkreisen seltener gehalten

werden.

Erfahrene Züchter stellen eine Art vor

und stehen auch für Informationen zur Verfügung.

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Der Vogelbericht des Monats Juni 2022 stammt aus der Feder von unserem

LV-Mitglied Eugen Franke. Er ist unser aktivster Verfasser von Vogelberichten

für unsere Landesverbands-WebSite. Vielen Dank für diesen Bericht:

 

 

 

Der Binsenastrild

 

Neochmia ruficauda früher auchBinsenamadine- Bathilda ruficauda

 

 

Der schön gefärbte, anspruchslose und lebhafte Binsenastrild ist in

den letzten Jahren als Käfigvogel sehr beliebt geworden. Er gewöhnt

sich schnell an eine neue Umgebung, ist relativ unempfindlich und

verträgt sich mit allen Vogelmitbewohnern. Sie nutzen den gesamten

Raum der Voliere aus. Am liebsten halten sie sich im Gesträuch oder am

Boden auf.

  

 1,0 Binsenastrild der UA  Neochmia                 0,1 Binsenastrild. Deutlich ist der Farb- und 

 ruficauda clarescens mit ausgeprägter Maske               Zeichnungsunterschied zum Männchen zu sehen       

 

            

Es werden zwei Unterarten des Binsenastrilds unterschieden:

 

 

Neochmia ruficauda ruficauda  stellt die Nominatform dar und ist

im Osten Australiens beheimatet. Diese Unterart wurde zuletzt im

Jahre 2000 beobachtet und ist heute vermutlich ausgestorben. Ursache

ist die Lebensraumzerstörung durch Beweidung, die zu einem Rückgang

der Nahrungspflanzen geführt hat.

 

1,1 der UA Neochmia ruficauda ruficauda. Deutlich ist der Farbunterschied zu

             zweiten UA zu sehen. Die Vögel sind farblich nicht so intensiv.

 

Neochmia ruficauda clarescens, die der Nominatform in der Größe gleicht.

Bei dieser Unterart sind jedoch die Farben intensiver. Sie ist im Norden

und Nordwesten von Queensland sowie im Norden und Nordwesten West-

australiens beheimatet.

 

Ihr Lebensraum sind, wie der Name schon sagt, Ried-, Binsen-, Schilf-

und Grasflächen in der Nähe vom Wasser. Sie mögen strauchbewachsene

Gebiet. Hier leben sie in kleinen Trupps. Währens der Brutzeit ziehen sich

die Paare zurück und bringen ihre Jungen auf.

 

Männchen und Weibchen lassen sich an der Färbung recht gut auseinander

halten. Das Männchen hat eine rote Maske und intensive weiße Pünktchen

im Gesicht, Kehle, Brust und Flanken. Der Bauch ist farbintensiver. Das

Weibchen ist ähnlich, aber etwas verwaschener gezeichnet.

Die Gesichtsmaske ist bedeutend kleiner und geht vom Schnabelgrund

bis um das Auge. Binsen werden um die 11 - 12 cm groß. Selbst

Jungtiere kann man während der Mauser ins Erwachsenenkleid schon bald

als Männchen oder Weibchen identifizieren. Die Mauser beginnt hier mit ca.

einem halben Jahr.

 

Binsenastrilde können wir sowohl in großen Käfigen/Boxen in Zimmervolieren

als auch Außenvolieren halten und züchten. Die Vergesellschaftung mit

anderen Prachtfinken stellt, aus Sicht der Binsen, absolut kein Problem dar.

Gould-, Spitzschwanz-, Masken-, Diamantamadinen, Schilffinken und Nonnen,

Kubafinken, viele Arten der Papageiamadinen, Diamant-, Sperlings-, Rost-,

Picui- und Kaptäubchen hatte ich mit ihnen schon. Ohne Probleme

vergesellschaftet.

 

Ein gutes Exotenmischfutter, Glanzsaat, Silberhirse, rote Kolbenhirse

trocken und halbreif, Keimfutter nehmen sie sehr gern. Dazu noch Grünfutter,

Gurke und eine gute Eifuttermischung. Dazu noch Buffalos, gehäutete

Mehlkäferlarven und Zweige mit Blattläusen, während der Aufzucht, werden

sehr begierig genommen. Wenn sie Junge aufziehen habe ich den Anteil an

tierischer Nahrung immer erhöht. Natürlich brauchen sie unbedingt Kalksteine,

Grit, Sepia. Bei mir bekommen alle Vögel noch die roten Taubenpicksteine. So

versorgt kommen sie gut zurecht.

 

Badewasser ist für die kleinen Exoten ein Muss. Sie baden sehr

gern bis sie durchnässt sind und fast nicht mehr fliegen können.

 

Nest der Binsen in der Drahtröhre. Über den diesen brütet ein Paar Maskenamadinen

 

Im Drahtkörbchen zwischen Kunstranken gebautes Nest

 

Am liebsten brüten sie in freistehenden, kugeligen Nestern in der Voliere.

Aber auch in Drahtnisthilfen. Nistkästen nehmen sie nur im Notfall an.

Dazu habe ich vor der Brut meine Volieren alle mit Kiefernästen und auch

Schilf ausgestattet. Ich musste mich immer wieder wundern, wie schnell

die Vögel ein kunstloses Nest zwischen das Grün gebaut haben.

 

Beide Eltern bauen das Nest. Oftmals konnte ich diese erst orten, wenn die

Binsen kurz vor dem Legen waren. Das Männchen hält sich viel in der

Nähe auf und schaut auch ab und an in das Nest zum Weibchen. Verbaut

haben sie vornehmlich  Kokosfasern und Gras. In das Nest selbst haben sie

noch Sharpie und weiße Federchen zur Auspolsterung gebracht. Zu

bemerken wäre noch, dass es sich bei den Binsen um Nestschläfer handelt.

 

Das Männchen umtanzt sein Weibchen mit einer Kokosfaser im Schnabel.

Das Weibchen legt nach der Paarung 3 bis 6 Eier in das Nest. Beide

Partner lösen sich beim Brutgeschäft ab. Nach ca. 13 Tagen schlüpfen die

Jungen Binsen. Nun werden aktiv von beiden Eltern die Jungen

mit Futterstoffen versorgt. Mit 20 – 21 Tagen verlassen die Jungtiere das Nest.

Die Alten füttern die Jungen noch sehr lange. Sie benötigen viel Zeit um

selbständig zu werden. Die Jungen können ohne Probleme bei den Eltern

gelassen werden. Oftmals unterstützen sie diese bei der zweiten Brut.

Die Jungtiere werden mit 2,5mm Ringen gekennzeichnet.

 

 Eine Woche aus dem Nest. Noch nicht selbständige Jungtiere

 

 

 Gruppe von Jungen Binsen ca. ein halbes Jahr alt. Beginnende Mauser ins

            Alterskleid. Die jungen Männchen sind bereits gut zu erkennen.

            Aufnahme in der Anlage Sluiter, Leer-Loga

 

Bei guter Fürsorge, ausreichend Platz und guter Deckung werden die Tiere, dem

Pfleger gegenüber recht zutraulich.

 

Der Binsenastrild ist auch ein dankbarer Ausstellungsvogel. Aber er muss

sehr gut in den Schaukäfig eingewöhnt und trainiert sein. Dann präsentiert

es sich ruhig und gelassen dem Preisrichter. Ich konnte mit den Binsen nur

gute Erfahrungen sammeln. Mittlerweile gib es auch einige Mutationen der

Binsen. So pastell- und isabellfarbene, orangeschäblige Binsenastrilde.

Orangemasken, Gelbe und bunt gescheckte Vögel.

 

 2,1 Binsenastrilde in Schaukondition. Am besten lassen sich die Männchen

            ausstellen. Sie werden, auf Grund ihrer intensiveren Farbe und Zeichnung, meistens

            besser bewertet.

 

 

 

Eugen Franke

Aschersleben

 

 

 

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Die Vogelberichte des Monats stehen archiviert in den nachfolgenden Listen

zur Verfügung:

 

Monat

Verfasser des Berichts

Thema

hier kann die PDF-Datei heruntergeladen werden alt

Februar 2017

Karl-Georg Viet

Silberohrsonnenvogel

alt

März 2017

Detlef Fass

Mosambiquegirlitz

alt

April 2017

Helmut Feldker

Grauköpfchen

alt

Mai 2017

Mirco Ehrich

Positurk. Irisch Fancy

alt

Juni 2017

Hans Walker

Rotnackenlori

alt

Juli 2017

Eugen Franke

Braunbrustschilffinken

alt
August 2017

Sylvia Haats

Halsbandsittich

alt

September 2017

Gerhard Ehling

Positurkanarien

Deutsche Rotschecken

alt

Oktober 2017

Hans Berse

Farbkanarien

Achat Topas gelb mosaik

alt

November 2017

Berend Wäcken

Großer Textorweber

alt

Dezember 2017

Volkmar Meyer

Chinesische Zwergwachtel

alt

 

 

Januar 2018

Karl-Georg Viet

Kikuyu Brillenvogel

alt

Februar 2018

Thomas Wendt

Polarbirkenzeisig

alt

März 2018

Helmut Rohe

Buntastrild

alt

April 2018

Gerhard Möhlmann

Bartzeisig

alt

Mai 2018

Norbert Kock

Glanzsittich

alt

Juni 2018

Eugen Franke

Muskatbronzemännchen

alt

Juli 2018

Onno Best

Irislori

alt

August 2018

Johannes Sinning

Rotbauchdrossel

alt

September 2018

Sylvia Haats

Springsittich

alt

Oktober 2018

Norbert Kock

Diamantamadine

alt

November 2018

Uwe Bischoff

Perle Morbide

alt

Dezember 2018

Florian Kruse

Trauerzeisig

alt

 

 

 

Januar 2019

 

Werner Kreikenbaum

Waldvogelzucht

alt

Februar 2019

 

Norbert Kock

Blaugrüne Papageiamadine

alt

März 2019

 

Eugen Franke

Augenring-

Sperlingspapagei

alt

April 2019

 

Gerhard Möhlmann

Hausgimpel

alt

Mai 2019

 

Rudolf Schaa

Bergpapagei - Taranta

alt

Juni 2019

 

Manfred Kühling

Diamanttäubchen

alt

Juli 2019

Eugen Franke

Annamgrünfink

alt

 

August 2019

Sylvia Haats

Katharinasittiche

alt

 

September 2019

Helmut Rohe

Rotmaskenastrild

alt

 

Oktober 2019

Helmut Feldker

Hoodedsittich

alt

 

November 2019

Thomas Wendt

Ringeltaube

alt

 

Dezember 2019

Norbert Kock

Vogelhaltung in der DDR

alt

 

 

Januar 2020

Sven Macke

Blaugenick-Sperlingspapageien

alt

Februar 2020

Norbert Kock

Gouldsamadinen

alt

März 2020

Florian Kruse

Erlenzeisige

alt

April 2020

Karl-Georg Viet

Mehlwurmkisten

alt

Mai 2020

Heiner Macke

Weißflügelgimpel

alt

Juni 2020

Johann Janssen

Rotnackenloris

alt

Juli 2020

Wilfried Fischer

Meisengimpel

alt

August 2020

Heinz Eeten

Fife Fancy

alt

September 2020

Heinz Bloch

Vogelhändlerstube Norden

alt

Oktober 2020

Helmut Rohe

Lauchgrüne Papageiamadine

alt

November 2020

Werner Ahling

Roter Kardinal

alt

 

Dezember 2020

Eugen Franke

Aymarasittich

alt

 

 

Januar 2021

Eugen Franke

Maskenamadine

alt

Februar 2021

Josef Faske

Nymphensittich

alt

März 2021

Carsten Gronewold

Jap. Mövchen

alt

April 2021

Johann Walker

Inkakakadu

alt

Mai 2021

Johannes Sinning

Himalayagrünling

alt

Juni 2021

Eugen Franke

Prachtnonne

alt

Juli 2021

Wilfried Fischer Yorkshire Kanarien

 

alt

August 2021

Karl-Georg Viet

Blaukehlhüttensänger

 

alt

September 2021

Eugen Franke

Gimpel

alt

Oktober 2021

Gert Liebscher

Pariser Trompeter

 

alt

November 2021

Eugen Franke

Silberschnäbelchen

alt

Dezember 2021

 

Eugen Franke

Weißkopfnonne

alt
     
Januar 2022

Eugen Franke

Johannes Sinning +

Magellanzeisig

alt
Februar 2022

Karl-Georg Viet

Sonnenvogel

alt
März 2022

Eugen Franke

 Bourkesittich

alt
April 2022

Eugen Franke

Zeresamadine

alt
Mai 2022

Uwe Bischoff

Gartenvögel

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Juni 2022

Eugen Franke

Binsenastrild

 

alt